Naturschutzgebiet Neuffener Hörnle-Jusenberg

Naturschutzgebiet Neuffener Hörnle-Jusenberg

 Am 21. November 1997 wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart verordnet, dass das Gebiet der „Neuffener Hörnle-Jusenberg“ unter Naturschutz steht. Es hat eine Größe von 48 ha.

Schutzzweck istdie Erhaltung der vielfältigen, biologisch wertvollen Biotopstrukturen als Lebensräume gefährdeter Tiere und Pflanzen,die Erhaltung der strukturreichen Waldflächen mit ihrer jeweils typischen Strauch- und Krautschicht,die Duldung der natürlichen Sukzession und ihre Lenkung auf kleineren Teilflächen aus Artenschutzgründen,die Erhaltung der Bruchwand als geologischen Aufschluss,die Erhaltung des Gebiets aus wissenschaftlichen Gründen sowie wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und Eigenart.

Von 1902 bis 1975 wurde das für die Zementindustrie wertvolle Steinmaterial im großen Stil abgebaut.Begünstigt wurde der Abbau durch die 1900 eröffnete  Eisenbahnlinie Nürtingen-Neuffen. Die ca. 125 m hohe Abbauwand stellt heute einen weit sichtbaren landschaftlichen Eingriff dar.

 Im Gegensatz zum Jusi, der aus vulkanischem Basalttuff besteht, ist das Hörnle ein „echter“ Albberg.Die Steilwand wird aus den Schichten des Weißjura gebildet.

Interessant sind die vielfältigen Kleinstrukturen vom extrem trockenen Standort bis zum  Stillgewässer

Zahlreiche Arten der Roten Listen wurden bereits nach wenigen Jahren nach der Stilllegung des Steinbruchs gefunden.

 Die Felswand des Steinbruchs besitzt eine horizontale Fläche von ca. 10,3 ha!

Rechte und Pflichten

Für das Naturschutzgebiet „NeuffenerHörnle-Jusenberg“ gelten folgende Regeln:

 In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Veränderung oder nachhaltigen Störung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können. Insbesondere sind die in den Absätzen 2 bis 6 genannten Handlungen verboten.

 Auszug aus den Verboten dieses Naturschutzgebietes:

  • das eingezäunte ehemalige Steinbruchgelände zu betreten;
  • Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle, zu starten oder zu landen;
  • Fossilien oder Mineralien zu suchen oder zu entnehmen;
  • die Bermen (Absätze in der Felswand) oder Steilwände zu betreten oder zu beklettern.
  • Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
  • Standorte besonders geschützter Pflanzen durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu beeinträchtigen oder zu zerstören;
  • Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
  • wildlebende Tiere an ihren Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören;
  • Hunde frei laufen zu lassen.
  • neu aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
  • Abfälle oder Gegenstände zu lagern;
  • in dem geschützten Gebiet zu reiten;
  • mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;
  • zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;
  • Feuer anzumachen, mutwillig Immissionen, wie zum Beispiel Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen, sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;
  • Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen;
  • die Gewässer fischereilich zu nutzen.
  • markierte Fußwege zu verlassen.

Auszug aus zugelassenen Handlungen:

Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt.Voraussetzung ist weiter, dass die Bodengestalt nicht verändert wird.

Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote nicht, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass außerhalb des Waldes keine weiteren jagdlichen Einrichtungen wie Ansitzeinrichtungen, Wildäcker oder Fütterungseinrichtungen errichtet oder angelegt werden und keine Bejagung von Wasserwild erfolgt.

Die Jagdausübung muss schonend in Übereinstimmung mit dem Schutzzweck und unter Berücksichtigung wertvoller Pflanzenstandorte erfolgen.

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung – im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt – festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der verbotenen Handlungen vornimmt.

Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer im Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Abs. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.