Naturschutzgebiet Neuffener Heide

Naturschutzgebiet Neuffener Heide

Am 22. September 1978 wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart verordnet, dass das Gebiet der „Neuffener Heide“ unter Naturschutz steht. Es hat eine Größe von 16,87 ha.

Schutzzweck ist die Erhaltung einer landschaftsbestimmenden Heide im Hangbereich des Hohenneuffen mit einer typischen Pflanzen- und Tiergesellschaft. Besonders herauszuheben ist das Vorkommen seltener geschützter Pflanzenarten der Halbtrockenrasengesellschaften.
Aufgrund einer Betreuungsübertragung durch das Regierungspräsidium Stuttgart verpflichtete sich der Schwäbische Albverein,Teck-Neuffen-Gau, notwendige Pflegearbeiten, die Überwachung des Naturschutzgebiets, und die Sicherung ausreichender Beweidung zu übernehmen.

Die Beweidung durch Schafe kann das Aufkommen von Gehölzen auf der Heide heute mehr nicht verhindern. Die frühere Aufgabe des Schäfers, die Heide möglichst frei zu halten von Schwarzdorn und Wildrosen, hat nunmehr der Schwäbische Albverein übernommen.

Ohne das regelmäßige Mähen und Freischneiden würde die seltene Pflanzenvielfalt (darunter seltene Orchideenarten) verloren gehen. Die Arbeit an meist steilen Hängen der Heide ist eine anstrengende Arbeit, die von der Ortsgruppe und dem Gau in vielen Stunden und mit vielen freiwilligen Helfern sowie zusätzlich seit Februar 1993 vom Pflegetrupp des SAV geleistet wird.

Freiwillige Helfer mit Interesse an der Erhaltung des Naturschutzgebiets sind immer willkommen. Interessierte können sich über den Terminplan, direkt beim Vorstand oder Ausschuss nach dem nächsten Termin erkundigen oder den entsprechenden Aufruf in der Presse beachten. An den Pflegemaßnahmen beteiligen sich zwischen 20 bis 40 freiwillige Helfer. Sie werden über die örtlichen Mitteilungsblätter und die Nürtinger Zeitung zu den Pflegeterminen eingeladen. Die Arbeitseinsätze sind in der Regel samstags und enden zur Mittagszeit mit einem Essen.

Historie
Die Heide war einst bewaldet. Der Wald wurde gerodet und durch die Nutzung als Egart und Weide, später nur noch als Weide, offen gehalten. Die beweideten Flächen reichten früher weit am Burgberg hinauf bis fast zur Burg. Das bezeugt der Wacholder, der an lichten Stellen des Hangbuchenwaldes vorkommt. An Stelle der einstigen Weide ist dort wieder Wald. Wir erkennen: Die potenzielle natürliche Vegetation ist im Bereich der Neuffener Heide der Wald, genau der Buchenwald. Der einst vom Menschen gerodete Wald kehrt auf freien und ungenügend genutzten Flächen wieder zurück. Den Weg zur Wiederbewaldung bereiten Sträucher, wodurch offene Flächen zuwachsen.
Ein Pionier der Verbuschung und somit der Wiederbewaldung ist der Schwarzdorn, auch Schlehdorn genannt. Durch seine sehr langen Wurzelausläufer und den in kurzen Abständen davon ausgehenden Schösslingen ist der Schwarzdorn bezüglich seiner Ausbreitungsfähigkeit allen anderen Pflanzen der Heide weit überlegen. Sehr rasch wächst er in freie Flächen der Heide hinein und verdrängt dort die lichtbedürftigen Orchideen und Enziane, um derentwillen durch Verordnung des Regierungspräsidiums die Neuffener Heide zum Schutzgebiet erklärt wurde.
Durch Verbuschung und Wiederkehr des Waldes würde die biologisch und landschaftlich wertvolle Heide ihren Charakter verlieren.

Informationstafeln
Am 11. Juli 2007 hat das Regierungspräsidium Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Albverein entlang des Weges durch die Heide drei Informationstafeln aufgestellt.

Die Tafeln geben viele Hinweise zur Heidelandschaft, ihre Ursprünge und Geschichte. Außerdem wird über die Art und Weise der Landschaftspflege durch den Schwäbischen Albverein und über die vielfältige Flora und Fauna mit ihren Orchideen informiert.

Position der Pflegehütte des Schwäbischen Albvereines im
UTM Gitter 32 U E 0528856  N 5377727 siehe im Bild „Rotes Quadrat“

 http://neuffen.albverein.eu/wp-content/uploads/sites/37/2014/08/lage_neuffenerheide.jpg

N.N.                            OG-Naturschutzwart

Richard Haußmann     Gaunaturschutzwart Neuffen-Teil

 

Rechte und Pflichten

 Für das Naturschutzgebiet „Neuffener Heide“ gelten folgende Regeln:

In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebiets, seiner Naturhaushalts oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

 

Auszug aus den Verboten dieses Naturschutzgebietes:

  • Abfälle oder Gegenstände zu lagern;
  • Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
  • Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
  • in dem geschützten Gebiet zu reiten;
  • mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;
  • zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;
  • Feuer anzumachen, mutwillig Immissionen, wie zum Beispiel Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen, sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;
  • Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen;
  • markierte Fußwege zu verlassen.

 

 

Auszug aus zugelassenen Handlungen:

  • die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;
  • die ordnungsmäßige Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
  • Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;
  • für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der verbotenen Handlungen vornimmt.